Gesichtstätowierungen mit rituellen und spirituellen Motiven gab es zu allen Zeiten und unabhängig voneinander in allen Kontinenten. Hier soll von dem in unserem Kulturkreis verbreiteten dauerhaften Augen- und Lippen-Make-up die Rede sein, das Anfang des 20. Jahrhundert von Nordamerika aus Verbreitung fand. Es ist eine lange Geschichte von Versuch und Irrtum, von Experimenten, die besser nicht am Menschen hätten gemacht werden sollen. So äußerte sich die amerikanische Permanent Make-up-Spezialistin Sandi Hammons zu dieser Problematik.

Seit der Entwicklung von Tätowiermaschinen und den ersten synthetischen Pigmentierfarben wagte man sich langsam daran, die Augen- und Mundpartie des Gesichts durch Hervorhebung der natürlichen Konturen ausdrucksvoller zu gestalten. Dunkle Balkenaugenbrauen, fleckige Lidstriche, farblich unnatürlich aussehende bzw. verlaufene Lippenkonturen waren meist das Ergebnis der damals noch stundenlangen, schmerzhaften Prozedur. Es stellte sich schnell heraus, dass die ersten unhandlichen Tätowiermaschinen für die dünne und schmerzempfindliche Gesichtshaut ungeeignet waren, zumal zunächst noch ohne örtliche Betäubungsmittel gearbeitet wurde.

Bis zur heutigen Pigmentierkunst, die sich durch äußerst natürlich wirkende Ergebnisse, gleichmäßige Farbgebung, nahezu schmerzfreien und hygienisch unbedenkliche Behandlungen auszeichnet, war noch ein langer Weg. Mittlerweile erfreut sich Permanent Make-up international immer größer werdender Beliebtheit und gedeiht zu einem immer größer werdenden Wirtschaftszweig.

Meilensteine der Geschichte des Permanent Make-ups in den Vereinigten Staaten und England

 

• Der amerikanische Augenchirurg Dr. Crowell Beard zeichnete Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts eine Wimpernkranzverdichtung bei Patienten, die keine Wimpern mehr hatten.

 

• George Burchett (1872-1953), einer der bekanntesten Tätowierer Englands, genoss für seine phantasievollen, asiatisch geprägten Motive nicht nur bei den Männern der Oberschicht ein hohes Ansehen. Etliche wohlhabende Damen ließen sich von ihm dauerhafte Augenbrauen, Lidstriche und Lippenvollschattierungen machen. Absolut empfehlenswert ist der um 1930 gedrehte, 70 Sekunden dauernde Schwarz-Weiß-Kurzfilm, den man im Internet bei YouTube kostenlos gezeigt bekommt. Man sieht Burchett bei der Erstellung eines Permanent Make-ups und beim Eintätowieren eines Drachens. Er arbeitet zwar schon mit einem elektrisch betriebenen Tätowiergerät, aber unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen. Form und Farben des erstellten Make-ups entsprechen nicht unseren modernden Vorstellungen von einem natürlich wirkenden Gesicht.

 

• Drs. Zwerling schrieb ein Buch über „Micropigmentation“, 1986 erschienen bei Christenden und Goldstein.

 

• Pati Pavlik war eine bekannte Tätowiererin, die sich seit 1979 auf Permanent Make-up spezialisierte. In den Vereinigten Staaten nennt man sie die „Mutter des Permanent Make-ups“. Sie gründete 1989 die “National Cosmetic Tattooing Association” und ihre Firma “Permanent Eyes Inc.”.

 

• 1990 gründeten Susan Church und Susan Preston die “Society of Permanent Cosmetic Professionals” und fünf Jahre später die “Academy of Micropigmentation”

• Anfang der 90er Jahre entwickelte die amerikanische Permanent Make-up Spezialistin Sandi Hammons die eigene Pigmentierfarbenserie „Premier Pigments“, die noch heute weltweit zu den meist verkauften Permanent Make-up Farben gehört. Sie sagte sinngemäß hierzu: „Die Geschichte der Pigmentierfarbenentwicklung ist so bunt wie die endlos scheinende Palette der von mir entwickelten Farbserie“ und verrät dem interessierten Leser beispielsweise, wie die Insassen in Gefängnissen sich selbst schwarze Farbe und Tätowiernadeln hergestellt haben, indem sie ihre Bibeln verbrannt haben, um den entstehenden  Ruß mit den Heftklammern der Buchseiten einzutätowieren.
• Seit 2003 arbeitet Cheryl A. Doss als Ausbilderin von Permanent Make-up Schülern eng mit der Society of Permanent Make-up Professionals zusammen. Fünf Jahre später brachte sie eine eigene Pigmentierfarbenserie unter der Bezeichnung „Lasting Impression“ auf den Markt

• 2001 wurde die erste Fachzeitschrift, genannt „Cosmetech“, herausgegeben.

Foto von Permanent Make-up Brauen Lidstich Lippen 02
Bis zur heutigen Pigmentierkunst und der Entstehung eines beständig wachsenden neuen Wirtschaftszweigs innerhalb der Kosmetikbranche war noch ein langer Weg.

 

An dieser Stelle möchte ich sowohl meinen Berufskollegen als auch allen Permanent Make-up Kundinnen danken, die durch ihre persönlichen Empfehlungen Permanent Make-up zu dem heutigen Bekanntheitsgrad verholfen haben.

 

„LIEBE ZUR SCHÖNHEIT IST GESCHMACK. DAS SCHAFFEN VON SCHÖNEM IST KUNST.“
(Ralph Waldo Emerson)